(Willkommen am Frequency!)Sollen wir oder sollen wir nicht?
Die Frage quälte uns 3 Wochen lang vor dem Frequency Festival. Zu unauslöschlich waren die Erinnerungen an das letzte Mal. 3 Tage Dauerregen, eine Schlammschlacht und schlechte Ausrüstung waren der Auslöser für einen "Nie-wieder"-Gedanken.
Aber da Justice kam, mussten wir hin. Und ich hatte den perfekten Schnösel-Trip vorbereitet: Nur Kinder wälzen sich im Schlamm und das mehrere Tage lang. Gehobene Leute wie wir kaufen sich ein Tagesticket um 55€, eine Zugfahrkarte um 48€ (mit Vorteilscard) und mehr oder weniger mehr Taschengeld.
Der Clou dabei: man kann einfach so wie man gerade ausgerüstet ist hinfahren, braucht weder ein Zelt noch einen Rucksack und fährt in der Nacht wieder nach Hause.
Gesagt, getan: Bobby und ich setzen uns also am Samstag in den Zug (Bertl wollte/konnte nicht mit und überließ seine Karte als Anzünder fürs Lagerfeuer) Richtung Salzburg (so glaubte es jedenfalls ich - ohne Bobby wäre ich in Köln wieder ausgestiegen, da der Zug über Passau fuhr - man musste also umsteigen)
Nach einem romantischen Mittagessen und nachträglicher Durstlöschereinkäufe waren wir mittels dem Shuttlebus auch schon flugs am Ort des Geschehens. Die Endstation hätte auch Flüchtlingslager/Salzburg heißen können, denn so sah es dort aus.
Kein Wunder bei einem Eingang für ca. 30.000 Leuten - irgendwann wirds schlammig. Und es kamen wieder die Erinnerungen hoch an damals: wollen wir wirklich die nächsten 5 Stunden mit nassen Schuhen herumlaufen?
Während eine Besucherin aus Dortmund, ebenfalls mit Tagesticket ausgerüstet, beim Anblick des Schlammsees tatsächlich sofort wieder umdrehte und zurückfuhr, half uns ein Tauschhandel der Sonderklasse zu ungeahnten Glück. Ich tauschte nämlich ein bißchen Wodka, Redbull und 2 Zigaretten gegen 4 Müllsäcke, für jedes Bein einen. Und somit waren wir gut ausgerüstet um in den Lagerplatz zu gelangen.

Ab diesem Zeitpunkt ging alles sehr schnell, besonders die Tilgung der 1,5l Getränkeflasche tat ihr Übriges. Man lernte viel neues, besonders die Verwendungsmöglichkeiten von Magnesiumtabletten in diversen Getränken der deutschen Gäste verblüffte uns etwas.
Nach dem Konzert und der Erkenntnis, dass ich mich nie wieder in die 4. Reihe stellen werde gings auch schon wieder Richtung Heimat.
Der einzige Zug nach Wien (2 Uhr 18) war eben leider der einzige Zug und nicht wirklich gerüstet für die ca. 500 Leute, welche diesen zu benützen gedachten.
Trotz der Sitzplatzreservierung (ja, Snob-Festival) war es nämlich nicht möglich, zum Abteil durchzukommen, geschweige denn überhaupt einzusteigen. Auch aufs Klogehen musste verzichtet werden: Hier hatten sich schon 6 Mädchen einquartiert.
Nach der polizeilichen Räumung des Zuges fuhr man dann aber doch noch Richtung Heimat.
Ach ja, Justice und The Killers waren cool.Bilder vom Frequency08
Video 1 (Youtube)
Video 2 (Youtube)